Inklusionsausflug Monat Mai nach Warburg

Umgang mit Barrieren im Altag

Warburg. (ag) Der monatliche Inklusionsausflug der Selbsthilfegruppe pro barrierefrei - bad driburg e. V. unter dem Motto: "Umgang mit Barrieren im Altag"

führte diesmal nach Warburg. Ursprünglich sollte es mit der Bahn von Altenbeken aus gehen, wobei mit dem eigens dafür angeschafften Anhänger zum Bahnhof gefahren worden wäre. Doch da wetterbedingt, am Tag zuvor tobten Tornados im Hochstift, der Zug ausfiel, musste umdisponiert werden. Ralf Block fuhr daraufhin dankenswerterweise den Anhänger bis nach Warburg. 

Alles verstaut. Es kann losgehen.
Alles verstaut. Es kann losgehen.

Am Schützenplatz fiel dann das Behinderten-WC mit nur einer Stütze für die Arme auf. "Selbst die Toiletten für Menschen mit Behinderungen sind hier in Warburg behindert", so Alexander Bieseke. Im Museum im Stern soll sich diese Feststellung wiederholen. 


Der einarmige Bandit hätte hier eine Chance...
Der einarmige Bandit hätte hier eine Chance...

Von dort ging es dann zu Fuß das Paderborner Tor stadteinwärts. Am Kreisverkehr tauchte gleich das erste Hindernis auf. Der Zebrastreifen am Burggraben war wegen einer Baustelle nicht zu erreichen und die Fußgänger wurden durch das Grün geschickt. Auf der anderen Seite weitergehend, konnte die Stadtmauer am Graf-Dodiko-Weg dann erfreuen.

Alles wieder zurück...
Alles wieder zurück...

Am Sacktor angekommen, erzählte Andreas Gerold, der den Ausflug organisiert hatte, dann ertwas zur Stadtmauer und zum Tor. An der Fügeler-Kanone konnte dann die Aussicht über die Neu- und Altstadt genossen werden und der folgende Brüderkirchhof bot danach einen phantastischen Blick auf die Altstadtkirche. Die evangelische Kirche an diesem Ort war jedoch verschlossen. "Wie ich als bekennender Christ verschlossene Kirchen liebe", zwinkerte Bieseke den anderen Teilnehmern zu.


Unter dem Rathaus 'zwischen den Städten' her war die Neustadtkirche das nächste Ziel. Die Zeit bis zum vereinbarten Termin der Öffnung der Kirche wurde für einen Snack genutzt. 

Während wir die Kirche besichtigen, lud ihre Offenheit einige Besucher ein, hineinzutreten. Lorenz Grautstück, Küster der Neustadtgemeinde, wartete danach auch schon auf die Teilnehmer, um die Kirche, nachden er sie geöffnet hatte, wieder zu schließen. Auch hier ist die Kirche ab Samstag Mittag verschlossen. Und nur durch Gitter zu erblicken. "Ich wundere mich stets, warum Gotteshäuser auch tagsüber verschlossen bleiben. Ein unpassendes Signal, welches da von Kirchen ausgeht. Und wenn dann mal eine Kirche geöffnet ist, ist es sehr oft nur der Eingang, der nicht stufenlos zur inneren Einkehr führt, so Bieseke, Beisitzer des Vereines.

Da wir angemeldet waren, wurde die Kirche für uns geöffnet.  Während dieser "Offenen Tür" strömten mehrere Menschen in das "Gotteshaus".

Alles Beiseite, Gläubige und Besucher kommen. War Jesus nicht auch im Tempel? Nur zu Öffnungszeiten?
Alles Beiseite, Gläubige und Besucher kommen. War Jesus nicht auch im Tempel? Nur zu Öffnungszeiten?

Jetzt kam das Museum im Stern, wo Lars Großjohann die Besucher schon erwartete. Er führte sie versiert durch das Museum. Auch ein Behinderten-WC ist vorhanden. Aber auch hier war wieder nur ein Armstützgriff vorhanden. 


"Die Stadt ist arm, daher nur ein Arm" Andreas Gerold
"Die Stadt ist arm, daher nur ein Arm" Andreas Gerold

Zuerst erfuhren alle etwas über Warburgs Vor- und Frühgeschichte, gefolgt von der Stadtgeschichte. Die Wirtschaftsgeschichte und Kunstgeschichte mit Werken von Hans Kohlschein und sakralen Ausstellungsstücken kamen dann im ersten Obergeschoss. Der Beyer-Saal im Dachgeschoss mit der Sonderausstellung "Warburger Welt der Eisenbahn" vollendete dann den Museumsbesuch.

Entlang der Südmauer der Neustadt, wo viel Grün die Aussucht über die Altstadt verdeckte, und dem Marianum ging es nun durch das Rathaus, über den Brüderkirchhof und den Sack hinab. Viele Wege in diesem Bereich haben jedoch mittelalterliches Pflaster, was für E-Mobile eine Herausforderung und für Rollatoren erst recht nicht zu empfehlen ist. Auch die Altstadtkirche auf diesem Weg ist nicht barrierefrei und wurde erst gar nicht angesteuert. Der Altstadtmarkt aber entschädigte mit seinem schönen Ensemble, wie Alexander Bieseke bemerkte. 

Am Neuen Tor überraschte dann die "Schokoladenseite" Warburgs die Besucher. Entgegen den Planungen ging es nun nicht über die Diemel, sondern über verschiedene Wege nördlich davon flussabwärts, bis der Biergarten erreicht wurde.


Dort hat eine zuvorkommende Bedienung die Gäste freundlich empfangen. Das Behinderten-WC war ebenso tadellos wie die Partytische auf dem Schotter. Und wenn dort Probleme gewesen wären, hätten sie sogar extra einen Tisch auf dem Asphalt aufgestellt. Zu trinken gab es dort neben den Produkten der Warburger Brauerei auch alkoholfreie Getränke und Höherprozentiges. Schmackhafte Speisen bot dort der Imbisswagen von der Fleischerei Klare aus Bühne. Kevin Brand fuhr dann den Anhänger vom Schützenplatz bis zum Biergarten und zurück nach Bad Driburg.


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